Gesinnungssystem

Aus Das letzte Kapitel
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Unter "Einstellung" fragt die Charakter-Infobox die Gesinnung eurer Charaktere ab. Hierzu gibt es eine kleine, feine Orientierungshilfe zu den gängigen Gesinnungen nach dem D20-System.

Rechtschaffen-gut
Ein Charakter, der über diese Gesinnung verfügt setzt sich sowohl für das Gute, als auch für das Recht ein. Er spricht grundsätzlich die Wahrheit, hält stets sein Wort und befolgt musterhaft das Gesetz. Und doch ist er immer wieder dem Konflikt zwischen der nüchternen Rechtsprechung und seines Mitgefühles ausgesetzt, die sich in nicht seltenen Fällen widersprechen.

Neutral-gut
Durch ihre Neutralität ist ein Charakter dieser Gesinnung so gut, wie er besser nicht sein könnte. Sein Mitgefühl und seine Hingabe anderen zu helfen sind stark ausgeprägt, aber er ist niemand, der sich verpflichten lässt. Das bedeutet quasi, dass er anderen nur solange hilft, bis sie sich selbst helfen können. Unter Umständen würde er außerdem ein Gesetz brechen, solange der Nutzen für das Gute erhalten bleibt.

Chaotisch-gut
Ein chaotisch-guter Charakter vertraut meist auf ein großes Ziel, das er sich selbst gesetzt hat. Ein höheres Wohl, in dessen Verlauf der Erreichung er sich und sein Wohlergehen schnell vergisst. Aufopferungsbereitschaft steht an höchster Stelle. Ein solcher Charakter will für alle anderen das Beste, für sich jedoch nichts. Ebenso steht er Gesetzen skeptisch gegenüber, und ihm würde nicht das Herz brechen, würde er offensichtlich eine Gesetzmäßigkeit überschreiten, solange es dem Guten dienlich ist. Robin Hood ist der perfekte Veranschaulichungskandidat für diese Gesinnung, denn genau wie er gehen Charaktere mit dieser Einstellung sehr oft gegen Tyrannei und Unterdrückung vor.

Rechtschaffen-neutral
Ein rechtschaffen-neutraler Charakter schert sich in erster Linie um den Einhalt des Gesetzes (ob nun geschrieben, oder aber des reinen Gerechtigkeitssinnes), als um moralische Bedenken. Ein kleiner, ausgehungerter Junge, der Brot für seine ärmliche Familie stiehlt, hat dennoch gestohlen - Punkt. Gefühlskalt ist er allerdings tatsächlich nicht, er hält lediglich Haus mit zu großer Emotionalität, ehe er noch den Blick für das Wesentliche (die Ordnung) verlieren könnte. Er ist aufrichtig und ehrlich, und das ohne ein Moralapostel zu sein.

Neutral
Ein neutraler Charakter ist meist Einsiedler oder Eigenbrötler, der den Blick für sein Umfeld etwas verloren hat. Er kümmert sich kaum um moralische oder ethische Gesichtspunkte, und ihm sind hauptsächlich der eigene, sowie der Erhalt derer, die er kennt und wertschätzt, wichtig. Ferner auch der Erhalt und das Gleichgewicht für eine Sache, für die er einmal Verantwortung übernommen hat. Er hält das Gute zwar besser als das Böse, doch fühlt er sich keiner Seite verpflichtet und kümmert sich kaum darum. Ein einsamer, verschrobener Magier in seinem Turm, dessen Forschungen das Einzige sind, was ihn interessieren, ist neutral.

Chaotisch-neutral
Bei einem chaotisch-neutralen Charakter ist eines sicher: Dass nichts sicher ist. Diese Gesinnung ist nicht definierbar, da sie sich in ihrer Handlung meist auf ein krasses Maß selbst widerspricht. Ein solcher Charakter tut und lässt wonach ihm gerade ist. Gut oder böse spielen bei der Entscheidung keine Rolle. Der Umgang mit einem chaotisch-neutralen Charakter ist äußerst schwierig, denn er lässt sich nicht gern einschränken, hält von Gesetzen und Traditionen genauso wenig, und ist fast gänzlich unzuverlässig. Dennoch würde ein solcher Freigeist metaphorisch gesprochen eher über eine Brücke gehen, als von ihr zu springen.

Rechtschaffen-böse
Ein rechtschaffen-böser Charakter ist einer, der den geschrieben Buchstaben des Gesetzes sosehr verdreht und biegt, dass er den größtmöglichen Vorteil für sich selbst erzielt, ohne eines davon zu zu brechen. Da er all seine Verpflichtungen und Schwüre ehrenhaft einhält, ist ein rechtschaffen-böser Charakter sehr vorsichtig, wenn es darum geht, jemandem sein Wort zu geben. Denn wenn er es einmal gegeben hat, so bricht er es nur dann, wenn er das auf rechtlichem Weg, den Gesetzen der Gesellschaft entsprechend, tun kann. Beispielsweise der Sheriff von Nottingham würde im Gegensatz zum chaotisch-guten Robin Hood Paradefigur für diese Gesinnung stehen.

In anderer Auslegung befolgt ein rechtschaffen-böser Charakter allein aus dem Grunde Regeln und Prinzipien, dass er sich vom normalen Bösewicht abheben kann, solange er im Rahmen seines verdrehten Weltbildes weiter glauben kann, das Richtige zu tun bzw. etwas Besseres zu sein. Er setzt außerdem viel Wert auf Ehre, Traditionen und ein reglementiertes Umfeld, doch achtet er nicht auf die Würde des Lebens, der Liebe oder der Güte.

Ein rechtschaffen-böser Charakter kann auch ein Antiheld oder ein Rachesuchender sein, der sich zwar einer gerechten Sache angeschlossen hat, ihr übergeordnetes Ziel jedoch auf Gedeih und Verderb, ohne auf die Opfer oder das Leid auf dem Weg dahin zu achten, das sie mit ihrer Rücksichtslosigkeit heraufbeschwören könnten.

Neutral-böse
Ein neutral-böser Charakter ist der obligatorische und reine Egoist. Er handelt nur zu seinem Nutzen und er schert sich einen Dreck um andere, sofern sie keinen Nutzen für ihn ergeben. Auch wenn der neutral-böse Charakter nicht zwingend die "Jeder kämpft für sich selbst"-Haltung der chaotisch-bösen Charaktere einnimmt, hat er keinerlei Skrupel, seine Freunde und Kameraden für persönliche Zwecke zu hintergehen. Um eine Böse Tat zu begehen, benötigt er nur den eigenen Profit als Grund, obwohl er eigentlich überhaupt keinen nennenswerten Grund benötigt, um eine bösartige Tat wieder abzubrechen. Solange ihn eine Sache nämlich nicht persönlich betrifft, ist sie ihm vollkommen gleich.

Chaotisch-böse
Ein chaotisch-böser Charakter möchte alles für sich haben, und alles was er nicht haben kann, zerstören. Meist führt diese Gesinnung früher oder später auf direktem Wege in den Wahnsinn. Ein solcher Charakter tut nämlich böse Dinge nur um des Bösen Willen. Er tut es, um sich daran zu profilieren, und sich am Leid anderer zu erfreuen. Nicht aus Rache, nicht aus Egoismus, sondern rein aus der Lust daran anderen zu schaden.

Am Besten werden die "bösen" Gesinnungen ohnehin mit dem "Sandburgen-Prinzip" erklärt. Ein rechtschaffener-böser Charakter bräuchte 1. einen logischen, nicht zwangsweise selbstprofilierenden Grund und müsste es 2. mit seinen Prinzipien vereinbaren, warum er die Sandburg eines anderen zertreten sollte. Vielleicht aus Rachegedanken, da zuvor die seine zertreten wurde o.ä. . Einem neutral-bösen Charakter könnte die Sandburg auch einfach im Weg sein und er sieht nicht ein warum er einen Bogen um sie laufen sollte, da es ja keinen erkenntlichen Nutzen ergibt und er sich ohnehin nicht darum schert, wie viel Mühe man sich damit gegeben hat. Aber ein chaotisch-böser Charakter würde die Sandburg zertreten, allein um es getan zu haben. Damit er nicht nur die Sandburg zertreten kann, sie dem Erbauer genommen hat und sich dann daran profilieren und erfreuen kann, wenn Letzterer der Burg nachtrauert.